Wohnen und LebenshaltungskostenHistorische Studie2013

2013: Verdichtung braucht auch Bodenpolitik und tragbare Mieten

Am 3. März 2013 wurde die Raumplanungsgesetzrevision angenommen. Es geht darum, Reserven auf einer Karte in nützliche, bodensparende und zugängliche Entwicklung zu übersetzen.

Untersuchter Zeitraum
2013
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Bedarf für fünfzehn Jahre · Gut gelegener Boden · Bauland mobilisieren · Mehrwert teilen · Bewohnbares Quartier
Kompakte Siedlungen brauchen Planung, nutzbaren Boden, Finanzierung und Lebensqualität zusammen.

Fünfzehn Jahre Bedarf sind kein Bauauftrag für alles

Bauzonen sollen dem voraussichtlichen Bedarf der nächsten fünfzehn Jahre entsprechen. Überdimensionierte Zonen müssen verkleinert werden, neue Einzonungen bleiben bei tatsächlichem Bedarf möglich. Es geht nicht um ein absolutes Bauverbot, sondern um die Beziehung zwischen Lage, Bedarf und Bodenverbrauch.

Eine Reserve ist nicht automatisch nutzbar. Boden kann eingezont, aber nicht erschlossen, erreichbar oder passend sein. Abgelegene neue Zonen verlangen Netze und längere Wege. Für die PCP soll Bodensparen nützliche Wohnungen und Dienste dort ermöglichen, wo sie tatsächlich funktionieren.

Planreserven und Nutzungsmangel können zusammenbestehen

Das Bundesmerkblatt beschreibt zersplitterte, schlecht gelegene oder zurückgehaltene Parzellen. Erbenkonflikte, künftige Erweiterungspläne und spekulative Wertsteigerung sind unterschiedliche Ursachen. Ihre Vermischung verhindert passende Antworten.

Landumlegung kann Nutzbarkeit verbessern, koordinierte Erschliessung andere Hindernisse lösen. Bei überwiegendem öffentlichem Interesse und kantonaler Grundlage können Baufristen oder weitere Instrumente greifen. Die Revision verleiht nicht jeder Gemeinde ein unbegrenztes sofortiges Verfügungsrecht über Privatland.

Die PCP will Blockaden kennen, bevor zusätzliche Flächen angekündigt werden. Aktive Bodenpolitik braucht Fachwissen für Verhandlung, Planung und gegebenenfalls Erwerb. Verdichtungsziele ohne Mittel zur Zusammenführung von Boden können Absicht bleiben, während Druck an die Peripherie wandert.

Kollektive Entscheidungen schaffen Bodenwert

Einzonung kann den Bodenwert ohne zusätzliche Eigentümerarbeit erhöhen. Die Reform sieht mindestens zwanzig Prozent Abgabe auf den Mehrwert einer neuen Einzonung vor. Das betrifft weder zwanzig Prozent des gesamten Grundstückswerts noch jede Renovation gleichermassen.

Ein Teil des privaten Vorteils entsteht somit öffentlich. Einnahmen helfen insbesondere bei Entschädigungen für Auszonungen und können planerische Massnahmen im vorgesehenen Rahmen tragen. Sie sind nicht unbegrenzt oder unabhängig vom Zeitpunkt der Mehrwertrealisierung verfügbar.

Die PCP unterstützt die kollektive Rückführung planungsbedingter Werte. Sie will zugleich langfristige Kontrolle über öffentlichen Boden erhalten. Einen Teil des Gewinns abzuschöpfen und dauerhaft über Bodennutzung mitzuentscheiden sind verschiedene Formen öffentlicher Handlungsmacht.

Kompaktheit bestimmt keine Miete

Dichtere Quartiere können Wohnen, Arbeit und Verkehr näherbringen. Preise hängen aber auch von Boden, Rendite und Wohnungsarten ab. Mehr erlaubte Fläche garantiert keinen Zugang für bescheidene Einkommen. Zusätzliche Angebote sind nach Preis und Begünstigten zu prüfen.

Auch bisherige Bewohner zählen. Eine sinnvolle Sanierung kann Wohnungen danach unerschwinglich machen. Ohne Betrachtung der Lebenswege wirkt ein Quartier verbessert, obwohl die vorgesehenen Nutzniesser verdrängt wurden. Das ist ein zu prüfendes Risiko, keine automatische Behauptung zu jeder Verdichtung.

Öffentlicher Boden, Baurechte und gemeinnützige Träger können Entwicklung mit dauerhaften Mietbindungen verknüpfen. Die PCP befürwortet solche Mittel nach örtlichem Recht und Lage. Dauer und Finanzierung müssen erklärt werden; die Stadtform allein schafft keine Bezahlbarkeit.

Quartiere müssen bewohnbar sein

Nützliche Dichte stapelt nicht nur Flächen. Sie braucht zugängliche Räume, Abkühlung, Schulen und Dienste. Der Zeitpunkt zählt: Mehr Einwohner ohne vorbereitete öffentliche Kapazität können Kosten auf Wege und überlastete Einrichtungen verlagern.

Unterhalt ist so wichtig wie Fertigstellung. Betriebsmittel, bestehende Netze sowie Fuss- und ÖV-Nutzung gehören in die Planung. Für die PCP verbindet sie Wohnen und Alltag. Nähe wird zum sozialen Gewinn, wenn Dienste vorhanden und nicht nur auf Plänen eingezeichnet sind.

Wirkung entsteht durch Umsetzung

Die Abstimmung 2013 bestätigte Ausrichtung und Instrumente, bewies aber weder Mietsenkungen noch bereits erreichte ökologische Ergebnisse. Kantone und Gemeinden mussten den Rahmen anschliessend in örtliche Entscheide übersetzen.

Die Lehre verbindet Begrenzung der Zersiedelung, nutzbaren Boden und sozialen Zugang. Für die PCP muss eine kompakte Stadt den Menschen offenstehen, die sie tragen. Kontrolle über Boden und dessen Wert bietet dafür mehr als ein reines Dichteversprechen.

Dokumente und Quellen