Internationales und FriedenNachricht

Lebenslanges Lernen: Der ILO-Bericht verlangt eine soziale Antwort

Die Internationale Arbeitsorganisation veröffentlichte am 5. Mai 2026 ihren Bericht über lebenslanges Lernen. Für die PCP muss die Diskussion bei den tatsächlichen Voraussetzungen beginnen: verfügbarer Zeit, gesichertem Einkommen und einem Abschluss, der berufliche Möglichkeiten eröffnet. Die Aufforderung, sich weiterzubilden, reicht dafür nicht aus.

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Internationaler Bericht, Verantwortung in der Schweiz

Der ILO-Bericht beschreibt ungleichen Zugang zu hochwertiger Bildung mit anerkannten Abschlüssen. Dieser weltweite Befund ist keine Schweizer Teilnahmequote. Er gibt Anlass, die Hindernisse im jeweiligen Bildungssystem und in der Arbeitsorganisation genau zu untersuchen.

Die PCP verlangt, dass zuständige Behörden, Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen den Bedarf gemeinsam ermitteln. Ein Bildungsangebot ist erst tatsächlich zugänglich, wenn Menschen daran teilnehmen können. Kurskosten, Arbeitszeiten, Wege und familiäre Verantwortung müssen deshalb gemeinsam berücksichtigt werden. Ein verfügbarer Platz allein beseitigt diese Hindernisse nicht.

Die Kosten dürfen nicht allein Beschäftigte tragen

Wird eine Qualifikation durch die Veränderung einer Tätigkeit notwendig, dürfen Beschäftigte nicht allein Kosten und Risiko übernehmen. Die PCP tritt für Vereinbarungen über bezahlte Bildungszeit, Arbeitgeberbeiträge und öffentliche Unterstützung bei einem begründeten gesellschaftlichen Interesse ein.

Öffentliche Mittel sollen an überprüfbare Verpflichtungen gebunden werden: tatsächlicher Zugang, ein anerkannter Abschluss und gesicherte berufliche Perspektiven. Ein unterstütztes Unternehmen muss über Teilnehmende, Ausbildungsverläufe und anschliessende Arbeitsbedingungen Rechenschaft ablegen. Die Anmeldung zu einem Kurs belegt noch keine erfolgreiche Weiterbildung. Bei einem Betriebswechsel muss eine erworbene Qualifikation nutzbar bleiben.

Erfahrung anerkennen, Ansprüche sichern

Berufserfahrung verdient Anerkennung. Die PCP unterstützt Wege, vorhandene Fähigkeiten durch erforderliches Wissen zu ergänzen, anstatt eine vollständige Ausbildung wiederholen zu müssen. Die Anerkennung braucht zugleich verlässliche Anforderungen, damit ihr Wert für Beschäftigte erhalten bleibt.

Energiewende, öffentliche Dienste und Pflege verlangen Zusammenarbeit, Urteilskraft und die Kenntnis von Menschen oder Anlagen. Bildungspolitik darf Qualifikation nicht auf die Bedienung digitaler Werkzeuge verengen. Neue Fähigkeiten müssen sich in Einstufung, Lohn und Verantwortung niederschlagen. Andernfalls wird Weiterbildung zur zusätzlichen Pflicht ohne entsprechenden beruflichen Fortschritt.

Mehr Entscheidungsmacht für Beschäftigte

Die PCP verlangt eine Verbindung von Berufsbildung, Arbeitsvermittlung und Industriepolitik. Eine Ausbildung ohne Vorbereitung von Stellen, Ausrüstung und Aufträgen kann Unsicherheit auf Einzelne abwälzen. Beschäftigte müssen vor Umstrukturierungen an den Entscheidungen beteiligt werden.

Öffentliche Evaluation soll Abschlüsse, erworbene Qualifikationen, Beschäftigungsbedingungen und Lohnentwicklung prüfen. Auch verweigerter Zugang und seine Ursachen müssen sichtbar werden. Weiterbildung ist ein sozialer Fortschritt, wenn sie die Handlungs- und Wahlmöglichkeiten im Arbeitsleben erweitert. Dafür braucht es materielle Garantien, die Teilnahme tatsächlich erlauben, und öffentliche Stellen, die Hindernisse nicht nur erfassen, sondern ihre Beseitigung nachverfolgen.

Dokumente und Quellen

Die Quellen erschliessen die untersuchten Fakten und Regelungen. Politische Bewertungen und Vorschläge in diesem Text sind Positionen der PCP.