Arbeit und LöhneNachricht

Sonntagsarbeit: gemeinsame Ruhezeit als soziale Garantie erhalten

Die Wirtschaftskommission des Ständerates hielt am 12. und 13. Oktober an ihrem Vorhaben fest, im Detailhandel bis zu zwölf Arbeitssonntage pro Jahr zuzulassen. Der Ständerat soll das Vorhaben in der Wintersession 2026 erneut beraten. Die PCP widersetzt sich einer schleichenden Normalisierung der Sonntagsarbeit und verteidigt gemeinsam verfügbare Ruhezeit.

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Ein Vorhaben, keine bereits geltende neue Regel

Die Mitteilung der Kommission beschreibt das weitere Vorgehen zur Zürcher Standesinitiative 23.325. Sie erlaubt weder ab sofort zwölf Verkaufssonntage noch verändert sie bereits geltende Arbeitsverträge. Diese Unterscheidung ist für Beschäftigte und Geschäfte wesentlich.

Das SECO erläutert die allgemeinen Regeln zu Sonntagsarbeit, Ausnahmen und Ersatzruhe. Welche Bestimmungen gelten, hängt vom konkreten Fall ab. Vorübergehende und regelmässige Sonntagsarbeit dürfen gerade bei der Entschädigung nicht gleichgesetzt werden.

Lebenszeit gehört in die Bilanz

Mehr Freiheit beim Einkaufen sagt noch nichts darüber aus, wer dafür arbeiten muss. Zusätzliche Sonntage können für Verkaufspersonal Kinderbetreuung, Arbeitswege und gemeinsame Aktivitäten mit Angehörigen verändern. Diese Folgen verschwinden nicht dadurch, dass jeder Kanton selbst über die Nutzung einer erweiterten Möglichkeit entscheiden könnte.

Ein freier Wochentag kann wertvoll sein. Er bietet aber nicht immer die gleichen Möglichkeiten wie ein Tag, an dem auch die Angehörigen Zeit haben. Der Schutz gemeinsamer Ruhezeit hat deshalb eine gesellschaftliche Bedeutung. Es geht um das Zusammenleben und darum, wer über Arbeitszeiten bestimmen kann.

Wirtschaftliche Versprechen überprüfen

Längere Öffnungszeiten belegen allein noch keine zusätzliche Gesamtnachfrage. Verschobene Einkäufe sind von zusätzlichem Umsatz zu unterscheiden; ebenso müssen Personal-, Sicherheits- und Verkehrskosten berücksichtigt werden. Kleine Geschäfte können diese Kosten nicht unter den gleichen Bedingungen tragen wie grosse Unternehmen.

Die PCP verlangt, dass Bewertungen ihre Annahmen offenlegen und die tatsächlichen Beschäftigungsverhältnisse untersuchen: Verträge, Vorlauf der Einsatzpläne, Zuschläge, Ersatzruhe, Gesundheit und Druck zur Übernahme von Einsätzen. Eine Vernehmlassung, die nur die Kundenzahlen betrachtet, würde den Konflikt unvollständig erfassen.

Die Priorität der PCP

Die Sonntagsruhe muss die Regel bleiben. Beschäftigte dürfen nicht zur Anpassungsreserve eines dauernden Wettbewerbs um Öffnungszeiten werden. Wo Sonntagsarbeit notwendig ist, sind verlässliche Planung, Ausgleich und Mitwirkung des Personals zu gewährleisten.

Arbeitsinspektorate brauchen die Mittel, um die Praxis zu prüfen. Öffnungskosten dürfen nicht unbemerkt auf Familien, öffentliche Dienste oder unbezahlte Sorgearbeit verlagert werden. Entscheidend sind die tatsächlich erreichten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Eine längere kommerzielle Verfügbarkeit allein ist dafür kein ausreichender politischer Massstab.

Dokumente und Quellen

Die Quellen erschliessen die untersuchten Fakten und Regelungen. Politische Bewertungen und Vorschläge in diesem Text sind Positionen der PCP.