Kilowattstunden messen die Menge
Der Verbrauch wird in Kilowattstunden angegeben. Der variable Tarif bezeichnet den Preis je Einheit. Ein höherer Verbrauch kann daher eine Tarifsenkung ausgleichen. Der Vergleich beginnt mit beiden Werten und dem abgerechneten Zeitraum.
Mehr Anwesenheit oder eine neue Anwendung kann die Menge verändern. Eine Schätzung beruht auf anderen Informationen als eine Abrechnung nach Zählerablesung. Um eine Änderung zu erklären, sind Zeitraum und Berechnung zu prüfen statt nur zwei Zahlungsbeträge.
Verschiedene Posten erfüllen verschiedene Aufgaben
Die Energiekomponente betrifft die Stromlieferung. Die Netznutzung finanziert die Weiterleitung über verfügbare und gewartete Anlagen. Messkosten werden in den Tarifen gesondert ausgewiesen. Weitere Abgaben beruhen auf eigenen öffentlichen Grundlagen und Verwendungszwecken.
Diese Posten können sich unterschiedlich entwickeln. Eine andere Gliederung kann zudem die Darstellung ändern, ohne Kosten zu beseitigen. Werden Messkosten ausgegliedert, sind Netz und Messung zusammen zu vergleichen. Nur gleich benannte Zeilen zu addieren kann irreführen.
Veröffentlichte Tarife gehören zum jeweiligen Betreiber und Produkt. Ein «Schweizer Strompreis» bedeutet keinen landesweit identischen Betrag. Mittel- und Medianwerte beschreiben eine Verteilung, ersetzen aber kein örtliches Tarifblatt.
Fixkosten belasten kleine Verbräuche anders
Ein rein illustratives Beispiel: Bei 100 Franken jährlichen Fixkosten und insgesamt 25 Rappen variablem Tarif je Kilowattstunde ergeben 2 000 kWh einen Betrag von 600 Franken im angenommenen Umfang. Das ist weder ein reales Angebot noch eine amtliche Musterrechnung. Es verdeutlicht zwei Mechanismen.
Sinkt der Verbrauch um 10 Prozent, fällt der variable Betrag von 500 auf 450 Franken und das Total auf 550 Franken. Die Rechnung sinkt somit nicht um 10 Prozent, weil der fixe Anteil bleibt. Steuern, Mehrwertsteuer und weitere nicht enthaltene Posten wären nach der tatsächlichen Rechnung hinzuzurechnen.
Für den PCP ist das Verhältnis von fixen und variablen Kosten auch sozialpolitisch wichtig. Ein hoher Fixbetrag kann einen kleinen Verbrauch relativ stärker belasten. Sparanreize sind mit unvermeidbarem Bedarf und den Möglichkeiten eines Haushalts zum Gerätewechsel zu betrachten.
Gleiches Profil und gleiches Jahr vergleichen
Die ElCom verwendet unter anderem das Profil H4 mit 4 500 kWh jährlich. Das ermöglicht einen standardisierten Vergleich, aber keine Vorhersage für jeden Haushalt. Andere Mengen, Betreiber und Tarifstrukturen ergeben andere Ergebnisse.
Ein sinnvoller Vergleich hält Tarifjahr, Versorgungsgebiet, Produkt und fixe Komponenten fest. Ebenso ist zu prüfen, was der angegebene Betrag enthält. Eine Prozentänderung benötigt ihren Bezug: nur Energie, Netz oder gesamte Rechnung.
Von der Rechnung zur öffentlichen Kontrolle
Die ElCom genehmigt nicht jeden Tarif im Voraus. Sie überwacht und kann Kosten im Rahmen ihrer Zuständigkeit prüfen. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn der blosse Verweis auf die Behörde eine Frage beantworten soll.
Der PCP befürwortet Rechnungen mit auffindbarem Tarifblatt und nachvollziehbaren Änderungsgründen. Kostenkontrolle erfordert die Trennung von Beschaffung, Netzinvestition und öffentlicher Abgabe. Sonst verlangt die Debatte allein vom Verbraucher Einsparungen als Ausgleich für Entscheidungen, die er nicht direkt beeinflussen kann.